„Kein Schiff nimmt uns mit ins Weite wie ein Buch.“ (Emily Dickinson)

Das Gymnasium Limmer hat gemeinsam eine Literatur-Reise und die ganze Schulgemeinschaft war eingeladen: Es gab neben Lesungen großartiger Autor*innen für fast alle Jahrgänge auch Aktionen zum eigenen kreativen Schreiben. Hier unser ganzes Programm: Literatur in Limmer_Flyer

Wir waren schon im dritten Jahr mit Freude Partnerschule bei der Jugendbuchwoche und diesmal gibt mit Unterstützung des Deutschen Literaturfonds unter dem Motto „Neustart Kultur“ zusätzliche Angebote für alle Jahrgänge. Mit dabei waren: Die Kinderbuchautorinnen Cally Stronk und Kirsten Boie, der Rapper Spax, der Journalist Christoph Scheuring und die Bühnenpoetin Theresa Sperling. Sie alle freuten sich nach der Lockdown-Zeit über die Wiederbegegnung mit Schüler*innen!

Hier einige Eindrücke unserer Schüler*innen:

 

Die Lesung mit Cally Stronk: Unheimlich spannend!

Von Mathilda Kuhn (JG 5)

Hallo, ich bin Mathilda und war bei der Lesung von Cally Stronk für den 5. Jahrgang dabei.  Wir wurden von der Pausenaufsicht schon bevor es gongte in die Klassenzimmer geschickt. Alle waren ganz aufgeregt und so vergaß die halbe Klasse fast ihre Zettel, auf denen wir Fragen an Frau Stronk aufgeschrieben hatten. Aber dann ging es wirklich los. Meine Klasse zog mit unserem Lehrer, Herrn Thielking, geordnet in die Aula, was ziemlich ungewöhnlich ist.

Dort war ein gewaltiges Kuddelmuddel und es dauerte gefühlte 30 Jahre, bis alle einen Platz gefunden hatten. Endlich trat Frau Rehr vor die Bühne. Wir begrüßten uns gegenseitig und sie erzählte uns noch mal, wer Cally Stronk eigentlich ist: Eine erfolgreiche Kinderbuchautorin aus Berlin. Auf ihren Wunsch hin hallte es kurz darauf durch die Aula: „3, 2, 1, CALLY STRONK!“ Es war nicht zu überhören. Wohl auch nicht für Frau Stronk, die nun auf die Bühne kam.

Sie setzte sich auf einen Stuhl und wartete erst einmal den langen Applaus ab. Dann stellte sie sich uns noch einmal vor. Wir durften ihr anschließend ein paar Fragen stellen, beispielsweise wie sie auf die Idee gekommen sei, Autorin zu werden oder welches ihr Lieblingsbuch sei. Dann las sie uns aus ihrem neuesten Buch („Unheimlich gefährlich – Survivalcamp mit Ruby Black“) vor. Sie las sehr lebhaft und wahrscheinlich war das auch der Grund, warum ihr fast die ganze Aula gebannt zuhörte. Mir gefiel es besonders, wie Frau Stronk die einzelnen Charaktere nachahmte, z. B. die „Hyäne“ (Rubys Klassenlehrerin).  Ab und zu legte Frau Stronk Pausen ein, in denen dann eigene Erlebnisse zu hören waren, die die Autorin an diesen Stellen eingebaut hatte. Beispielsweise hatte der Vater von Frau Stronk ihren heutigen Mann auf die gleiche übertriebene Weise begrüßt, wie Rubys Vater ihren Schwarm begrüßt hat.

Außerdem erklärte sie uns verschiedene Strategien, die sie beim Schreiben benutzt. Neben der Verarbeitung eigener Erlebnisse riet sie uns unter anderem, dass man die Hauptfigur immer vor ein Problem stellen sollte, welches sie dann lösen kann.

Zwischendurch wechselten wir zum ersten Band der Reihe („Unheimlich peinlich – Das Tagebuch der Ruby Black“), und so verging die Doppelstunde wie im Flug.

Gegen Ende gab es noch einmal Gelegenheit, Fragen zu stellen, eine Schülerin bedankte sich mit Pralinen bei Frau Stronk und man konnte sich noch ein signiertes Buch von Frau Stronk kaufen. Dann gingen alle wieder in die Klassen. Ich fand, es war eine sehr gelungene Lesung!

Kirsten Boie liest aus Thabo

Bücher laden uns immer wieder ein, fremde Welten zu entdecken. Bei der gestreamten Live-Lesung für unseren 6. Jahrgang las die bekannte Autorin Kirsten Boie aus ihrem Buch Thabo – Ein Dedektiv und Gentleman und ermöglichte eine Kopfreise nach Afrika. „Ich glaube, dass jeder Mensch eine Begabung hat und ich bin froh, dass ich so gerne Bücher schreibe. (…) Ich schreibe immer die Bücher, die ich gerne schreiben möchte.“ (K. Boie)

Meinungen von Kindern der 6b (JG 6)

„Ich fand die Geschichten sehr spannend und mir hat es gefallen, dass sie so viele Fragen beantwortet hat.“ (Fiona)

„Das Vorlesen erinnert mich sehr an unsere Buchvorstellung. Sie hat wirklich toll vorgelesen.“ (Alicia)

„Es war spannend, etwas über das Land des Buches und über andere Dinge zu erfahren.“ (Paula)

„Sie hat uns wirklich beim Vorlesen immer wieder angeschaut, da haben wir uns richtig angesprochen gefühlt.“ (Mert)

„Ich finde es toll, dass Kirsten Boie sich so für Kinder einsetzt. Es gibt so viele Menschen, die Geld viel dringender brauchen als wir.“ (Martha)

„Ich glaube, ich weiß warum sie an der spannensten Stelle aufgehört hat zu lesen😉.“

„Es ist toll, dass sie nicht einfach nur das Geld spendet, sondern auch wirklich in das Land fährt und dort die Menschen trifft.“ (Henri)

Auch in der Presse wurde über diese Veranstaltung berichtet. Hier ist der Artikel.

Kann man Umweltschützer und Angler gleichzeitig sein? – Eine Lesung mit Christoph Scheuring

von Romy und Charlotte (JG 9)

Wir waren am 12.11. 2021 im Rahmen der Literaturwoche Limmer mit der Klasse 9d bei einer interessanten Lesung im Künstlerhaus Hannover. Dort hat der Journalist und Autor Christoph Scheuring über seinen Jugendroman ´´Sturm´´ erzählt und daraus vorgelesen.

Vor einigen Wochen gab es eine Auslosung, welche darüber entschied, welche Klasse live an der Vorlesung teilnehmen darf. Es konnte leider nur eine der fünf Klassen aus dem neunten Jahrgang aufgrund der aktuellen Corona Pandemie live an der Vorlesung teilnehmen. Unsere Klasse wurde ausgelost und die übrigen wurde über eine Zoom-Konferenz dazu geschaltet. Wir sind mit der Bahn in die Stadt gefahren und anschließend zu Fuß zum Künstlerhaus gelaufen, wo wir gespannt auf die Lesung warteten.

Zu Beginn hat Christoph Scheuring sich kurz vorgestellt und einige grundlegende Informationen zu seinem Buch gegeben. Anschließend hat er den Prolog, der bei einem schweren Sturm auf einem Fischerboot spielte, gelesen. Danach begann die erste Fragerunde, bei der sowohl die Schüler*innen aus der Zoom Konferenz als auch die, die live teilgenommen haben, Fragen stellen konnten. Die Schüler*innen interessierten sich vor allem für die Inspiration des Autors und seine Vorgehensweise beim Schreiben. Als nächstes hat er das erste Kapitel seines Buches gelesen und dann konnte man wieder Fragen stellen. Zum Schluss las er ein letztes Kapitel und reflektierte über die Frage, ob Angeln und Umweltschutz sich gegenseitig ausschließen.

Das Buch ´Sturm` handelt von einem 18 -Jährigem Mädchen, welche Klimaaktivistin ist und aufgrund häuslicher Gewalt keine schöne Kindheit hatte. Durch ihr Engagement als Klimaaktivistin war sie in kriminelle Machenschaften verwickelt und musste Sozialstunden auf einem Fischkutter ableisten und geriet dabei in einen lebensgefährlichen Sturm. Man hat gemerkt, dass der Autor einen recht großen Erfahrungsschatz hat, was eines der Hauptthemen des Buches angeht, weil er selbst für einige Zeit auf einem Fischerboot gearbeitet hat. Dazu passend vertritt er die These, dass man nicht glaubwürdig über etwas schreiben könne, das nicht auf der eigenen Erfahrung beruht.

Uns hat die Lesung sehr gefallen, weil sie spannend und interessant gestaltet war und es sich um ein mitreißendes Buch handelte. Außerdem fanden wir den Autor sehr sympathisch und man konnte ihm gut zuhören, da er eine angenehme Lesestimme hat. Es war ein schönes Projekt, was allen aus unserer Klasse gut gefallen hat.

 

 

Ein bewegender Abend mit Theresa Sperling

von Enid Grösch (JG 10)

Als uns von unseren Deutschlehrer*innen bekannt gegeben wurde, dass wir für einen Poetry-SIam abends in die Schule kommen sollten, war die Stimmung alles andere als begeistert.

Zum einen konnten wir uns unter dem Begriff Poetry-SIam wenig vorstellen, zum anderen sagte uns der Name Theresa Sperling nichts. Wir lernten, dass ein Poetry- Slam eine Art „Dichterwettstreit“ ist, auf dem Poet*innen mit selbstgeschriebenen Texten gegeneinander antreten.

Theresa Sperling ist in der Poetry-Slam- Szene in Niedersachsen und auch deutschlandweit ein großer Name, sie hat schon zahlreiche Wettbewerbe für sich entschieden. Neben Slam-Texten schreibt sie auch Jugendbücher, Theaterstücke und unterrichtet an einem Gymnasium.

Ohne große Erwartungen besuchte ich den Slam. Hinaus kam ich mit dem Gefühl, grade Zeugin etwas sehr Bewegenden, etwas Großartigen geworden zu sein. Frau Sperling ließ wie einem „richtigen“ Slam ihre Texte gegeneinander antreten, die das Publikum dann mit Wertungskarten honorieren durfte.

Teresa Sperling sprach in ihren lyrischen Texten Themen an, über die in der Gesellschaft geschwiegen wird. Sie erzählte ernste, bewegende Geschichten, in denen sich Wahrheiten offenbarten. Sie sprach zum Beispiel über einen Jungen, dem es nicht möglich war, auf irgendeine Art und Weise zu kommunizieren. Mit ihrem Text gab sie ihm eine Stimme. Auch beschrieb sie den Weg, den zwölf Mädchen beschritten, um sich ihrer eigener Schönheit bewusst zu werden. Sogar die Tabu- Thema Beschneidung bei Mädchen und Teenager-Schwangerschaften kamen zur Sprache.

Ich halte Theresa Sperling für eine sehr mutige, begabte und inspirierende Frau und genau dies spiegelten ihre Texte und die Tatsache wider, dass Leute zu ihr kommen, um ihre Geschichte erzählt zu haben, dass sie diesen eine Stimme gibt, wenn sie dies nicht selbst können. Mit dieser Offenheit und Authentizität schafft sie es, das Publikum für sich einzunehmen.

Alles in allem kann man sagen, dass der Abend ein voller Erfolg war, der von Dankesworten und einem tosenden Applaus beendet wurde.

 —-

Eine Aktion der Kultur:Gruppe und der Fachgruppe Deutsch

Literatur in Limmer – Die Jugendbuchwoche und vieles mehr…