Früh am Morgen, um 7:54 Uhr, startete unser Chemie-Leistungskurs vom Hannover Hauptbahnhof mit dem ICE in Richtung Göttingen. Ziel war das XLAB, ein Schülerlabor der Universität Göttingen, das einen spannenden Einblick in die Welt der universitären Chemie bietet.
Nach unserer Ankunft begann das Programm um 9:15 Uhr mit einer Einführung in die Nanochemie. Anders als im normalen Schulunterricht war diese wie eine echte Vorlesung aufgebaut und vermittelte uns viele neue Einblicke in ein hochaktuelles Forschungsfeld. Dabei wurde schnell deutlich, wie wichtig Nanotechnologie in unserem Alltag und in der modernen Forschung ist: Nanomaterialien finden sich zum Beispiel in Sonnencremes, in denen sie UV-Strahlung besonders effektiv blockieren oder in schmutz- und wasserabweisenden Textilien nach dem Vorbild des Lotus-Effekts. Auch in der Medizin, etwa bei der gezielten Wirkstofffreisetzung, spielt Nanochemie eine zentrale Rolle.
Ab 11:00 Uhr durften wir dann selbst im Labor aktiv werden – für viele von uns der spannendste Teil des Tages. In Zweierteams führten wir verschiedene Experimente durch, darunter die Untersuchung des Tyndall-Effekts und des Lotus-Effekts. Besonders beeindruckend war die Herstellung fluoreszierender Zinkoxid-Nanopartikel, die unter UV-Licht leuchteten. Außerdem stellten wir Silber-Nanopartikel durch Elektrolyse, Titandioxid-Nanoschichten durch anodische Oxidation sowie kohlenstoffhaltige Nanopartikel her. Das Arbeiten mit moderner Laborausstattung und die selbstständige Durchführung der Versuche vermittelten uns einen realistischen Eindruck vom Studium und der Forschung an einer Universität.
Um 16:00 Uhr werteten wir unsere Ergebnisse gemeinsam aus und besprachen die Beobachtungen. Dabei konnten wir viele der zuvor theoretisch erklärten Inhalte praktisch nachvollziehen. Gegen 17:00 Uhr traten wir schließlich die Rückfahrt nach Hannover an – mit vielen neuen Eindrücken und einem deutlich erweiterten Blick auf die Chemie.
Der Besuch im XLAB war für uns eine abwechslungsreiche und lehrreiche Erfahrung, die den Chemieunterricht auf anschauliche Weise ergänzt und unser Interesse an naturwissenschaftlicher Forschung weiter gestärkt hat.
Ohne die großzügige finanzielle Unterstützung des Fördervereins des Gymnasiums Limmer hätten wir diese Erfahrung nicht machen können, wofür wir uns herzlich bedanken.






