Pädagogisches Ganztagsschulkonzept des Gymnasium Limmer (Stand Mai 2018)

Grundlagen

Diesem Antrag liegt der RdErl. d. MK v. 1.8.2014 – 34-81005 (SVBl. 8/2014 S.386), geändert durch RdErl. vom 26.4.2017 (SVBl. 6/2017 S. 291) „Die Arbeit in der Ganztagsschule“ zugrunde.

Das Ganztagsangebot ist aktuell für den Jahrgang 5 und 6 vorgesehen, soll perspektivisch aber entsprechend der wachsenden Schule langfristig die Jahrgänge 5 bis 10 umfassen. Momentan nehmen durchschnittlich 85 Schülerinnen und Schüler an jeweils drei Tagen an dem ganztagsspezifischen Angebot teil. Die Schülerzahl des Gymnasium Limmer wird in den nächsten Jahren steigen (Schule im Aufbau), entsprechend ist auch mit mehr Schülerinnen und Schülern zu rechnen, die das Ganztagsangebot künftig nutzen werden.

Das Konzept wird regelmäßig evaluiert und ggf. verändert und erweitert.

Situation der Schule

Beschreibung des Stadtteils:

Der Stadtteil Limmer liegt südöstlich vom Innenstadtbereich und wird eingerahmt von Hauptverkehrsstraßen, Eisenbahnlinien, Industriegeländen und im Norden von der Leine. Hinsichtlich der Bebauung teilt sich der Stadtteil in den Bereich rund um die St. Nikolaikirche mit Einzelhausbebauung und einem dorfähnlichen Charakter. Südlich der Wunstorfer Str. dominiert der mehrgeschossige Wohnungsbau. In den nächsten Jahren wird auf dem ehemaligen Gelände der Continental Reifenfabrik die Wasserstadt Limmer entstehen. Der schon in den letzten Jahren zu beobachtende Trend, dass sich immer mehr junge Familien in Limmer ansiedeln wird sich dadurch noch verstärken.

Der Stadtteil zeichnet sich durch eine sehr gute innenstadtnahe Lage und schnelle Erreichbarkeit der City sowohl mit öffentlichen als auch mit individuellen Verkehrsmitteln aus.

Relevante Bevölkerungs- und Sozialdaten für den Stadtteil Limmer:

Im Stadtteil Limmer leben 6220 Menschen. Davon sind 898 Kinder und Jugendliche im Alter von 0-17 Jahren. Dies ist zu unterteilen in 154 Kinder im Alter von 3-5 Jahren, 195 Kinder im Alter von 6-9 Jahren, 294 Kinder und Jugendliche im Alter von 10-15 Jahren und 80 Jugendliche im Alter von 16-17 Jahren (Stand: 1.1.2016).

Der Anteil der 0 bis 17 Jährigen an der Bevölkerung Limmers beträgt 14,4% und liegt damit um 0,9% unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt von 15,3%.

43,2% der Kinder und Jugendlichen im Alter von 0-17 Jahren haben einen Migrationshintergrund. Damit liegt der Anteil um 2,5% unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt von 47,7%.

32% der Haushalte mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 0-17 Jahren erhalten Transferleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts. Dieser Anteil liegt 8% über dem entsprechenden gesamtstädtischen Durchschnitt  von 25%.

Quelle: Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Steuerung, Personal und Zentrale Dienste – Sachgebiet Wahlen und Statistik

Einrichtungen im Stadtteil bzw. im schulischen Umfeld

Im näheren Umfeld der Schule gibt es folgende Einrichtungen:

  • Familienzentrum St. Nikolai, Sackmannstr. 34, Kindergarten und Hort mit 80 Plätzen
  • Kastanienkids, Harenbergerstr.29, Hort mit 20 Plätzen
  • Kindertagestätte der AWO, Harenbergerstr. 29, Kindergarten und Hort mit 45 Plätzen
  • Albert Schweitzer Grundschule, Liepmannstr. 6
  • Grundschule Kastanienhof, Harenberger Str. 31
  • Domino, Bethlehemplatz 1, Lückekindereinrichtung
  • Fössebad, Liepmannstr. 1
  • Jugendtreff CCC Limmer, Sackmannstr. 32
  • Kulturtreff Kastanienhof, Harenbergerstr. 29
  • TSV Limmer, Holzrehre 8
  • Volksbad Limmer, Stockhardtweg

Das Gymnasium Limmer ist eine offene Ganztagsschule. Das Konzept soll einen Überblick über pädagogische Einbettung sowie Organisation des Ganztages geben.

 

  1. Anbindung an das Leitbild

Das Gymnasium Limmer bietet an drei Tagen in der Woche eine Ganztagsbetreuung an. Zu dem umfangreichen Nachmittagsangebot gehören sowohl Arbeitsgemeinschaften als auch Hausaufgabenbetreuung.

Die inhaltliche Ausrichtung bezieht sich auf verschiedene Interessen ebenso wie auch unterschiedliche Schulleistungen: Um möglichst allen Schülerinnen und Schülern Lernerfolge zu ermöglichen, werden verschiedene Interessenslagen und Kompetenzstufen berücksichtigt, also Angebote für starke und weniger starke Schülerinnen und Schüler gemacht.

Aspekte unseres Leitbildes finden sich folgendermaßen im Ganztagsangebot wieder:

Wir öffnen unsere Schule für externe Einrichtungen, binden außerschulische Lernorte in unseren Unterricht ein und kooperieren mit Experten zu ausgewählten Themen (Kooperation mit Vereinen).

Wir vermitteln Lern- und Arbeitstechniken sowie methodische Kompetenzen, um ein nachhaltiges und lebenslanges Lernen zu ermöglichen (Hausaufgabenbetreuung).

Wir fördern das soziale Lernen und die Teamfähigkeit (Hausaufgabenbetreuung, Arbeitsgemeinschaften).

Wir leiten unsere Schüler/innen zu selbstgesteuertem Lernen, verantwortungsvollem Handeln und sozialem Engagement an (Hausaufgabenbetreuung, SAU-Laden).

 

  1. Angebot und Organisation

Das Angebot besteht aus drei Säulen:

→ Mittagspause in der 7. Stunde mit Möglichkeit zum warmen Essen durch den Caterer („vom feinsten“)

→ Verlässliche Betreuung bis 15.50 Uhr durch Arbeitsgemeinschaften und Hausaufgabenbetreuung.

→ Notfallbetreuung.

Die 7. Stunde ist als Mittagspause vorgesehen. Die Schülerinnen und Schüler haben hier die Möglichkeit, in der Mensa zu essen. Die Schülerinnen und Schüler, die am Ganztagsangebot teilnehmen, essen gemeinsam an langen Tagen in der Mensa. Dadurch soll die Schulgemeinschaft gestärkt und der Tagesablauf durch die gemeinsame warme Mahlzeit strukturiert werden. Die Bestellung des Essens erfolgt über ein Online-Portal von zu Hause aus. Jede/r Schüler/in kann zwischen einem Gericht mit oder ohne Fleisch und einem Salat wählen. Die Begleitung in die Mensa erfolgt durch die Klassen- oder Fachlehrer/in der einzelnen Klassen. So ergeben sich viele Gespräche, die im Unterricht häufig zu wenig Raum finden. Die Schüler/innen genießen diese besondere Zeit mit ihren Lehrern/Lehrerinnen außerhalb des Klassenzimmers. In jeder Klasse wird ein Mensadienst eingerichtet. Dieser säubert die Tische und schiebt die Stühle zurück an ihren Platz. Die Schüler/innen übernehmen Aufgaben für die Klassengemeinschaft, wodurch der Zusammenhalt gefördert wird. Es gilt aber die Regel, dass jedes Kind für seinen eigenen Platz verantwortlich ist.

Freizeitangebote werden durch die Möglichkeit, Pausenspielzeug auszuleihen, geboten. Dazu steht eine Kiste mit diversen Spielgeräten zur Verfügung, die von den Schülerinnen und Schülern ausgeliehen werden können.

Der Pausenhof und die Pausenhalte bieten unterschiedliche Möglichkeiten zur Gestaltung der Mittagspause: Sowohl aktiv durch Platz und die Nutzung von Spielgeräten für Bewegung als auch entspannend durch die Nutzung der verschiedenen Sitzgelegenheiten (Pausenhalle mit Tischen und Stühlen). So werden auch Orte für Ruhe oder Gespräche geschaffen.

Weitere Bauvorhaben zur Verbesserung der räumlichen Situation auch im Hinblick auf die Gestaltung der Mittagspause sind in Planung. So wird zum kommenden Schuljahr der Ganztagstrakt fertiggestellt, so dass auch dort eine angenehme Atmosphäre mit unterschiedlichen Sitzgelegenheiten entstehen wird.

 

An drei Tagen der Woche (Dienstag, Mittwoch und Donnerstag) gewährleistet das Gymnasium Limmer Angebote im Nachmittagsbereich. Die Angebote sind jeweils für ein Halbjahr wählbar und nach Anwahl zur Teilnahme verbindlich für die Schülerinnen und Schüler. Die Hausaufgabenbetreuung finden an allen drei Tagen in der 8. Stunde statt. In der 9. Stunde schließt sich jeweils eine 45minütige AG an. Parallel zu der Kombination Hausaufgabenbetreuung mit anschließender 45minütiger AG werden einige AGs auch mit 90 Minuten angeboten (z.B. American Sports).

Alle Angebote dienen sowohl der sozialen als auch intellektuellen bzw. kompentenzaufbauenden und kompetenzerweiternden Stärkung der Schülerinnen und Schüler. Ein weit gefächertes Spektrum an unterschiedlichen Angeboten sichert den Kompetenzaufbau bzw. die Kompetenzsteigerung der Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Bereichen und Anforderungsstufen.

Das Ganztagsprogramm gibt einen Überblick über die aktuellen Arbeitsgemeinschaften im Nachmittagsbereich.

Entfällt eine AG, bietet das Gymnasium eine Notfallbetreuung an, die eine Betreuung bis 15:50 Uhr garantiert.

 

  1. Pädagogische Einbettung

In der Hausaufgabenbetreuung haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre Hausaufgaben zu erledigen oder sich auf ggf. anstehende Klassenarbeiten oder Tests vorzubereiten. Darüber hinaus nutzen die Lehrkräfte die Zeit, die Schülerinnen und Schüler methodisch zu unterstützen und bieten ihnen so eine Hilfe, ihren Schulalltag zu organisieren und zu bewältigen. Die Hausaufgabenbetreuung ist eine konzentrierte Lern- und Arbeitsphase.

Zur Förderung der Lesekompetenz können die Schülerinnen und Schüler nach Erledigung ihrer Hausaufgaben ihr Material oder ihr aktuelles Buch aus dem Vertretungskonzept nutzen.

Eine Vielzahl unterschiedlicher AG-Angebote (siehe Ganztagsprogramm) aus dem sportlichen (z.B. Ballsport, Mädchenfussball), sprachlichen (z.B. Drama-Group), künstlerisch-musischen (z.B. Orchester, Chor), technischen-naturwissenschaftlichen (z.B. Schulgarten) Bereich ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, nach persönlichem Interesse halbjährlich AGs zu wählen, die die individuellen Begabungen der Schülerinnen und Schüler weiter fördern.

Durch Kooperation mit verschiedenen Sportvereinen wird die Vielfalt der Angebote noch erweitert (z.B. Linden Dudes).

Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen finden im AG-Bereich zahlreiche Angebote, die sie ihren Interessen und Begabungen entsprechend anwählen können, Exemplarisch sind hier die AGs Schulgarten und Merchandising zu nennen.